Louis Prang

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Louis Prang wurde am 12.03.1824 in Breslau, Schlesien geboren. Nachdem er Druck- und Färbetechniken in Böhmen studiert hatte wanderte er 1850 als politischer Flüchtling nach Amerika aus. Prang ließ sich in Boston nieder und begann als Holzschnitzer bevor er die Chromolithographie entwickelte, eine farbige Variante der Lithographie, aus der sich die heutige Druckindustrie entwickelt hat.

Im späten 19ten Jahrhundert war Prang´s Name ein Synonym für moderne Materialien und Kunsterziehung. Louis Prang verstarb am 14.09.1909 im Alter von 85 Jahren. Sein Name steht auf dem Sockel der Freiheitsstatue von Amerika zusammen mit den anderen Immigranten die große Verdienste für die Vereinigten Staaten von Amerika erbracht hatten.

Louis Prang war der erste Kunsterzieher in Amerika. Zu seiner Zeit war Kunsterziehung nur für Amateur Künstler und junge Frauen in den sogenannten Finishing-Schools verfügbar. Diese Privatschulen dienten dazu junge Frauen auf das Leben in der Gesellschaft vorzubereiten. Prang war der Überzeugung das alle Kinder die Möglichkeit haben sollten Kunst zu studieren, außerdem war er der Meinung das die künstlerische Erziehung auch die Beobachtungsgabe und die Phantasie festigen würde. Er entwickelte einen kompletten Lehrplan den er danach als erster Kunstlehrer auch durchführte.

Weihnachtskarte von Prang1864 kehrte Prang nach Europa zurück um die neuesten Techniken in der deutschen Lithography zu lernen.  Als er nach Boston zurückkehrte führte er einen neuen Prozess ein den er selbst „chromolithography“ nannte. Zu dieser Zeit hatten alle Lithographen überwiegend in schwarz und Weiß erstellt die dann per Hand nachkoloriert wurden. Mit der Chromolithography wurde für jede Farbe die man benötigte eine Steinplatte benutzt, einige Drucke brauchten bis zu 20 Platten um intensive Farben darzustellen. Mit diesem Wissen war Louis Prang die erste Person in Amerika die farbige Weihnachtskarten herstellte.

 

Die ersten Karten wurden 1875 produziert. Kurz darauf startete Prang einen Kunstwettbewerb für Design und Verse um weitere Motive für seine Karten zu finden. Mit Preisgeldern von 200 bis 1000$ für die besten vier Vorschläge waren diese Wettbewerbe immer sehr beliebt.  In der damaligen Jury saßen Künstler wie John La Farge und Samuel Colman. Im Jahre 1881 hatte Prang bereits 5 Millionen Weihnachtskarten produziert.800px-Dogs_Not_Admitted_by_Boston_Public_Library

Louis Prangs Karten sind im Allgemeinen als der Beginn der Grusskartenindustrie in Amerika zu verstehen, durch seine Arbeit an den Karten wurde er als „Vater der Weihnachtskarten“ bekannt.
Heute lässt sich die Aufregung kaum nachvollziehen die diese Weihnachtskarten damals erzeugt hatten. Aber die jungen Damen von damals erzählen das Sie in Ihren Tagebüchern festgehalten haben wieviele „Prangs“ sie bekommen haben.

1856 war Prang der Mitgründer der Lithographie Firma „Prang and Mayer“ die 1860 zur L. Prang Company wurde.  Die Firma stellte kolorierte Werbung, Bürgerkriegskarten und Replika von berühmten Kunstwerken her.  Die Prang Werke in Boston wurden zu einer touristischen Attraktion, Prang selbst führte die Touren. Die Firma L. Prang entwickelte sich später weiter und vertrieb Business-, und Handelskarten sowie Ankündigungen und Werbung.

Prangs V.CardAußerdem verfasste L.Prang einige Bücher wie zum Beispiel „Prang Method of Art Instruction“, „Prang Standard of Color“ oder „Prang´s Natural History Series“ Mit der Prang Educational Company vertrieb er 1882 Kunstbücher für Schulen. 1886 wurde Sylvester Köhler, der Sohn eines Leipziger Künstlers, technischer Leiter der Firma Prang und später der Kurator des Boston Museum of Fine Arts.

Angespornt durch die Geburt seiner Tochter und der, wie er es gesehen hat „Notwendigkeit Kunst zu lehren“ entwickelte Prang ungiftige Wasserfarben. Diese Wasserfarben waren die ersten in einer Reihe von kindersicheren Kunstmaterialien. Im Jahr 1856 genossen die Deutschen ein Quasi-Monopol auf Kunstmaterialien, L. Prang machte sich auf die Suche nach einem amerikanischen Unternehmen das den Qualitätsstandards der Deutschen entsprach und fand die Amerikanische Crayon Company mit der er einen exklusiv Vertrag auf seine Wasserfarben aushandelte. 1918, lange nach Prang´s Tot, erwarb  die amerikanische Crayon Company die Rechte auf Prang´s Namen und Artikel. 1957 fusionierte die amerikanische Crayon Company mit der Joseph Dixon Crucible Company die heute unter dem Namen Dixon Ticonderoga Company Bekannt ist. Heute liegt Louis Prang auf dem Forest Hills Cemetery and Crematory in Massachusetts begraben.

 

 

 

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